{"id":88,"date":"2013-01-12T15:21:38","date_gmt":"2013-01-12T14:21:38","guid":{"rendered":"http:\/\/teamll-groenland.de\/?page_id=88"},"modified":"2025-11-11T00:32:18","modified_gmt":"2025-11-10T23:32:18","slug":"alpentriathlon-2012","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/teamll-groenland.de\/?page_id=88","title":{"rendered":"Expedition Pik Lenin 2008"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/teamll-groenland.de\/?page_id=104\"><span style=\"color: #ff0000; text-decoration: underline;\">Diashow<\/span><\/a><\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p>Nach einem halben Jahr Vorbereitungstress mit viel Organisieren und Trainieren war es im Juli 2008 soweit, unsere Reise zum Pik Lenin nach Kirgistan begann. Der Pik Lenin ist Grenzberg zwischen Kirgistan und Tadschikistan und befindet sich im Pamirgebirge. Wir, dass sind die beiden \u201eAlten\u201c (Schwiegervater Bernhard und Dieter, Ulrike und Boxer, Heike und Andreas, Tine und ich). Wir flogen in die kleine Stadt Osch und von dort ging es dann mit einem Lkw 300 km \u00fcber Stock, Stein und durch Fl\u00fcsse zum Basislager auf 3600m. Vom Basislager zum Lager 1 konnte man sich das Gep\u00e4ck von Pferden oder Mulis tragen lassen, doch der \u201ebl\u00f6de Ossi\u201c tr\u00e4gt selbst. Das war einerseits ganz gut, da man dadurch zweimal zum Lager 1 gehen musste und man sich besser akklimatisierte. Der Weg war allerdings sehr lang, ca. 20 km und ca. 1000 H\u00f6henmeter, mit Flussdurchquerungen und langen Querungen \u00fcber steile, rutschige Schotterfelder. Das Lager 1 ist so eine Art vorgeschobenes Basislager, dass sich auf einem sehr gro\u00dfen Gletscher befindet, der aus immer weniger Spalten besteht, weil die nach und nach mit M\u00fcll bef\u00fcllt werden. Wir hatten uns f\u00fcr das Basislager und Lager 1 bei Asiatravel eingemietet und bekamen dort Zelte gestellt und gutes, russisches Essen von Swetlana. Leider hat uns gleich zu Beginn die Flitzkacke erwischt und wir tauften den ersten Pass zum Lager 1, den \u201ePass der Reisenden\u201c um in den \u201ePass der Schei\u00dfenden\u201c. Als wir das Lager 1 erreichten, kam uns eine total verst\u00f6rte Frau wie ferngesteuert entgegen und wurde am n\u00e4chsten Tag auf einem Pferd ins Tal gebracht. 1 Tag sp\u00e4ter erfuhren wir, dass sie sich ihre Finger und Zehen erfroren hatte und ihre Freundin am Gipfel verschwunden war und bis jetzt vermisst wurde.<\/p>\n<p>Leider wurde Heike im Lager 1 h\u00f6henkrank, so dass Heike und Andreas absteigen mussten. Boxer stieg mit ihnen ins Basislager ab, um sich zu erholen, da er ebenfalls krank war. Als wir das erste mal zum Lager 2 aufbrachen, sa\u00dfen fr\u00fch in unserer Jurte drei verst\u00f6rte Iraner, einer mit gebrochenem Arm. Die waren nachts abgestiegen und in eine riesige Spalte gefallen. Durch gro\u00dfes Gl\u00fcck fielen sie auf eine Gletscherbr\u00fccke. Auf der Route zum Lager 2 durchquert man einen gigantischen Eisbruch, dort fanden wir auch die Rucks\u00e4cke der Iraner. Leider erreichten wir beim ersten Aufstieg das Lager 2 nicht und mussten ein Gep\u00e4ckdepot machen. Unsere beiden \u201eAlten\u201c waren schon besser akklimatisiert und \u00fcbernachteten schon nach dem 2. Aufstieg im Lager 2 und bauten auch unsere Zelte mit auf. Ulrike, Tine und ich machten dann mit Boxer (der wieder aufgestiegen war) noch einen Aufstieg zum Lager 2, damit Boxer sich akklimatisieren konnte. Als wir schlie\u00dflich die erste Nacht im Lager 2 verbrachten, waren wir sehr schockiert. Viele Leute haben wenig Zeit, viel Geld bezahlt und wollen dann unakklimatisiert hoch. Da kommt es dann schon mal vor, das einer so extrem h\u00f6henkrank wird, dass er \u00fcberhaupt nicht mehr wei\u00df, was oben und unten ist und sich wie sturzbetrunken verh\u00e4lt. Das Problem ist nur, dass so jemand dann sofort hinunter muss, doch das ist nicht so einfach, wenn man sich auf allen Vieren fortbewegt.<\/p>\n<p>Ulrike wurde dann leider auch h\u00f6henkrank und Boxer hatte immer noch Durchfall. Und in diesem Lager 2 wurde man den auch nicht los, da \u00fcberall zwischen den Zelten M\u00fcll lag und die Leute f\u00fcr ihr \u201eGesch\u00e4ft\u201c nicht immer zu den daf\u00fcr vorgesehenen Pl\u00e4tzen gingen. Und irgendwo dazwischen, lag die Quelle zum Wasserholen. Als Ulrike und Boxer abstiegen, fanden sie einen Totensch\u00e4del (wahrscheinlich von dem gro\u00dfen Ungl\u00fcck von 1991), an dem noch recht viel dran war. Als sie das unserem russischen Arzt im Lager 1 erz\u00e4hlten, meinte der nur, &#8222;Normalny&#8220;.<\/p>\n<p>Wir f\u00fchlten uns nach 2 Tagen im Hochlager immer noch ganz sch\u00f6n schlapp und hatten Kopfschmerzen. Die beiden \u201eAlten\u201c bauten Lager 3 auf und probierten den Gipfel. Leider ging bei ihnen alles schief, Wetter sehr schlecht, Kocher kaputt, Zelt undicht und schlie\u00dflich war dann die Moral weg. Als die Beiden wieder hinunter kamen, stiegen Tine und ich ins Lager 3 auf. Die letzten 300 H\u00f6henmeter ging\u2019s ein 40\u00b0 Steilst\u00fcck hinauf. Immer 10 Schritte und dann musste man sich auf dem Pickel abst\u00fctzen und pausieren. Das Lager 3 liegt auf 6100 m und befindet sich nur 30 m unterhalb des Vorgipfels Pik Rasdelnaja. Dort befanden sich nur noch ca. 15 Zelte und eine fantastische Aussicht. Das Wetter wurde besser und wir hatten einen genialen Sonnenuntergang.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten morgen 5:00 Uhr ging\u2019s zum Gipfelangriff. In den letzten 5 Tagen hatten wir leider keine Zeit mehr f\u00fcr einen Ruhetag und der K\u00f6rper konnte sich nicht mehr erholen, darum blieb Tine im Lager 3 und machte einen Spaziergang bis auf 6300 m. H\u00e4tten wir mehr Zeit gehabt, h\u00e4tte sie es bestimmt auch probiert. Bei ca. \u201315\u00b0 und sehr starken Sturm musste ich ca.6:00 Uhr aufs Klo, dabei merkte ich wie kalt es war. H\u00e4tte ich nicht die guten Schuhe gehabt, die mir Niles gesponsert hat, dann h\u00e4tte ich sicherlich aufgegeben. Denn selbst in den Schuhen waren meine Zehen kalt. Das Problem ist, dass man nicht einfach schneller gehen kann, weil man so fertig ist. Ich ging mit ein paar sehr netten Bayern, einem \u00d6sterreicher und zwei Schweizern zum Gipfel. Eigentlich wollte ich schon nach 2 h nicht mehr weiter, weil ich so langsam und kaputt war. Doch unsere neuen Bergfreunde meinten, dass sie auch kaputt sind und dass wir gut in der Zeit liegen w\u00fcrden. Nach dem 2. Steilst\u00fcck war der Gipfel zum Greifen nah. Doch das t\u00e4uscht. F\u00fcr die letzten 200 H\u00f6henmeter brauchten wir noch mal 2-3 h. Doch dann wurden wir um 14:15 Uhr mit dem Gipfel und einer fantastischen Aussicht vom Tian-Shan bis zum Karakorum belohnt. Der Abstieg im tiefen Schnee war auch nicht gerade leicht. 16:00Uhr kamen uns noch ein paar Leute entgegen, denen wir erkl\u00e4rten, dass es zu sp\u00e4t sei. Bis auf einen Tschechen kehrten alle mit um. Er wurde dann erst am n\u00e4chsten Tag von den n\u00e4chsten Gipfelangreifern gefunden. Seine Nase war schon schwarz, der Arm gebrochen, die Hand schwarz und er hatte einen Sch\u00e4delbruch. Fast alle die dort oben waren, haben mitgeholfen, ihn ins Lager 1 zu transportieren. Wir bekamen von dem Ungl\u00fcck erst beim Abstieg vom Lager 2, \u00fcber Funk mit.<\/p>\n<p>Vom Gipfel kamen wir so ca. 18:30 Uhr wieder zur\u00fcck. Da konnte ich froh sein, dass Tine im Lager 3 Tee und Essen gemacht hatte. Denn ich war zu nicht mehr viel f\u00e4hig. Selbst der Abstieg ins Lager 1 fiel mir sehr schwer. Im Lager 1 feierten wir dann mit der russischen Bergwacht und einer riesigen Truppe Iraner. F\u00fcr die war ich ein Volksheld, da ich der Erste von unserem Lager auf dem Gipfel war und musste mit auf jedes Foto. Vielleicht bin ich ja jetzt schon beim CIA registriert? Es wurde Gitarre gespielt und nat\u00fcrlich viel Wodka getrunken. Gegen Mitternacht mussten die Russen aufsteigen und helfen, den verletzten Tschechen ins Lager 1 zu bringen. Ihre Ausr\u00fcstung ist allerdings sehr schlecht. Als Gamaschen hatten sie Klebeband und Licht hatten sie teilweise gar nicht. Wir gaben Ihnen wenigstens unsere Stirnlampe. Gegen 4:00 Uhr waren sie wieder da und wir h\u00f6rten sie wieder Gitarre spielen, da die Nacht sowieso schon fast rum war. An diesem Tag musste wir ins Basislager absteigen, was noch mal unsere letzten Kr\u00e4fte forderte. Dort trafen wir unsere \u201eAlten\u201c wieder, die den 4850 m Pik Petrovsky bestiegen hatten.<\/p>\n<p>Es war ein super Urlaub, aber jedes Jahr werden wir das wohl nicht machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diashow Nach einem halben Jahr Vorbereitungstress mit viel Organisieren und Trainieren war es im Juli 2008 soweit, unsere Reise zum Pik Lenin nach Kirgistan begann. Der Pik Lenin ist Grenzberg zwischen Kirgistan und Tadschikistan und befindet sich im Pamirgebirge. Wir, &hellip; <a href=\"https:\/\/teamll-groenland.de\/?page_id=88\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":22,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-88","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/teamll-groenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/88","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/teamll-groenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/teamll-groenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teamll-groenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teamll-groenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=88"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/teamll-groenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/88\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1177,"href":"https:\/\/teamll-groenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/88\/revisions\/1177"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teamll-groenland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/22"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/teamll-groenland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=88"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}