{"id":145,"date":"2013-01-12T17:17:32","date_gmt":"2013-01-12T16:17:32","guid":{"rendered":"http:\/\/teamll-groenland.de\/?page_id=145"},"modified":"2025-11-11T00:46:37","modified_gmt":"2025-11-10T23:46:37","slug":"kamtschatka-land-aus-feuer-und-eis","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/teamll-groenland.de\/?page_id=145","title":{"rendered":"Kamtschatka &#8211; Land aus Feuer und Eis 2009"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/teamll-groenland.de\/?page_id=165\"><span style=\"color: #ff0000; text-decoration: underline;\">Diashow<\/span><\/a><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p>Im September 2009 begaben wir, das sind (Susi, Olaf, Tine und ich), uns nach Petropavlovsk. Das ist nicht nur die Gebietshauptstadt von Kamtschatka, sondern auch die einzigste Stadt auf Kamtschatka. Kamtschatka ist eine Halbinsel am \u00f6stlichsten Rand von Sibirien und erst seit 1990 offiziell f\u00fcr Ausl\u00e4nder zug\u00e4nglich. Die Halbinsel ist eine Vulkaninsel mit viel sch\u00f6ner, wilder Natur, vor allem vielen B\u00e4ren, den Kodiakb\u00e4ren. Sie sind genau so gro\u00df wie der Grizzli. Davon gibt es noch ca. 18.000 Tiere, aber h\u00f6chstwahrscheinlich nicht mehr lange, weil sie stark gejagt werden.<\/p>\n<p>Wir begaben uns nach unserer Ankunft mit dem Fahrrad erst mal Richtung S\u00fcden, unserem erstem Vulkan, dem Mutnovsky. Da mussten wir erst einmal feststellen, dass es auf Kamtschatka noch mehr M\u00fccken als in Skandinavien gibt, da hilft nur Wodka und das ist in Russland kein Problem. Was allerdings ein Problem ist, ist, dass sich das Wetter aufgrund der N\u00e4he zum Pazifischen Ozean sehr schnell \u00e4ndert. Das merkten wir gleich bei unserem ersten Berg. Da kam ein kleiner Wirbelsturm und wir kamen weder vor noch zur\u00fcck. Uns retteten ein paar Russen mit einem Kamas-Lkw, die uns wieder ins Tal brachten. Dann fuhren wir in den Norden, wo man \u00f6fters an hei\u00dfen Quellen vorbei kommt. An denen machen auch die Einheimischen aus Kamtschatka Urlaub. Die waren alle sehr, sehr gastfreundlich. Sie sagten immer: \u201eKinder, Kinder, was sagen denn eure Eltern\u201c. Sie beschenkten uns mit Lachskaviar, Wodka etc.. Und wenn man Ihnen eine Tafel Schokolade schenkt, bekommt man 2 Tafeln zur\u00fcck. Es war allerdings ein Nachteil an solchen Orten zu zelten, weil die Russen \u00fcberall den M\u00fcll hinwerfen und selber im Auto schlafen. Au\u00dferdem haben sie uns erz\u00e4hlt, dass in so mancher Nacht der B\u00e4r gekommen ist und ein Zelt zerrissen hat, weil da Essen drin war. Daraufhin hingen wir nicht nur das Essen auf die B\u00e4ume, sondern ich lag die ganze Nacht mit dem Eispickel im Schlafsack. Nach einer \u00e4ngstlichen Nacht ging es tagelang durch Birkenw\u00e4lder und \u00fcber Wellblechpiste bis wir Milkovo erreichten. Dort schickten wir unsere Frauen einkaufen. Und uns besuchte der Dorfpolizist mit seinem Auto und nat\u00fcrlich auch mit einem Bier in der Hand. Das dass nicht ungew\u00f6hnlich ist, wussten wir schon. Denn in Russland z\u00e4hlt Bier nicht als alkoholisches Getr\u00e4nk. Der Polizist hatte auch noch zwei M\u00e4dchen im Auto, die umarmten uns gleich und meinten, ob wir denn nicht verheiratet w\u00e4ren. Als wir sagten, dass unsere Frauen einkaufen sind, verschwanden sie gleich. Der Polizist zeigte uns noch ein Video auf seinem Handy, auf dem Berge von Lachskaviar verbrannt wurden, weil damit schwarz gehandelt wird. Im n\u00e4chsten Moment \u00f6ffnete er den Kofferraum, in dem befand sich noch ein ganzer Sack voll Kaviar. Von dem durften wir uns bedienen.<\/p>\n<p>Nun ging es wieder einige Tage durch Birkenw\u00e4lder und Tundra bis wir das Dorf Kosyrevsk erreichten. Ein wundersch\u00f6nes kleines russisches Dorf mit kleinen sch\u00f6nen Holzh\u00e4usern, geschm\u00fcckten Schulkindern, K\u00fchen und Pferden auf der Stra\u00dfe und nat\u00fcrlich ein Kulturhaus, das gleichzeitig der Laden ist. In Kosyrevsk f\u00fcllten wir unseren Proviant auf und begaben uns dann zum Tolbatschik, ein ca. 3.600 m hoher Vulkan. Es erwies sich allerdings als recht schwierig dorthin zu kommen und den Weg zu finden. Wir mussten durch viel Lavasand, Fl\u00fcsse und B\u00e4rengebiete. Nach 2 Tagen erreichten wir eine kleine H\u00fctte, die wir als Basislager nutzten. Ringsherum war ein toter Wald, der beim Ausbruch des Tolbatschik in den 1970er Jahren entstand. Diese H\u00fctte bauten die Russen Ende der 70er Jahre um dort in der Lavaw\u00fcste ihre Mondfahrzeuge zu testen. Von dort aus versuchten wir, den Berg zu besteigen. Leider gelang uns das nicht, weil es bereits seit einer Woche schneite. Wir mussten wegen Nebel und zu viel Schnee auf ca. 2.800 m umkehren. Auf unserm Weg zur\u00fcck nach Kosyrevsk trafen wir zwei B\u00e4ren und mussten feststellen, dass sie wirklich ganz sch\u00f6n gro\u00df sind.<\/p>\n<p>Nach ca. 1.000 km erreichten wir das Dorf Esso, eines der letzten D\u00f6rfer der Einheimischen, den Korjaken, Ewenen und Itelmenen. Sie wurden zu Zaren- und Stalinzeiten stark unterdr\u00fcckt. Von Esso aus wollten wir nun endlich einen Vulkan besteigen. Daf\u00fcr mussten wir 2 Tage auf B\u00e4renpfaden durch eine wundersch\u00f6ne Herbstlandschaft. Und dann wurden wir auf dem Gipfel mit wundersch\u00f6nem Wetter und einem fantastischen Blick belohnt. Wir sahen nicht nur andere rauchende Vulkane, sondern auch die ewige Weite von Russland. Kamtschatka ist ca. so gro\u00df wie Deutschland, aber fast nur wilde Natur. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit kommt man durch sehr sch\u00f6ne W\u00e4lder, Tundra mit unendlich viel Blaubeeren die den Fr\u00fchst\u00fccksbrei wieder genie\u00dfbar machen und sieht au\u00dferdem fantastische Lavalandschaften. Kurz gesagt, es war ein super Erlebnis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diashow Im September 2009 begaben wir, das sind (Susi, Olaf, Tine und ich), uns nach Petropavlovsk. Das ist nicht nur die Gebietshauptstadt von Kamtschatka, sondern auch die einzigste Stadt auf Kamtschatka. 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